Realisieren Sie Ihr Recht

Mit qualifizierter Unterstützung

Telefon

07141-4878090

Jeder Arbeitnehmer hat bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis, vgl. § 109 GewO (Auszubildende§16 BBiG). Der Arbeitnehmer hat dabei die Wahl zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Zeugnis.

Einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis

Ein einfaches Arbeitszeugnis enthält Art und Dauer der Beschäftigung. Das qualifizierte Arbeitszeugnis gibt neben Art und Dauer der Beschäftigung außerdem Auskunft über Leistung und Verhalten des Arbeitnehmers. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, dabei ist unerheblich welcher Art und Umfang seine Arbeitsleistung war. Das einfache Arbeitszeugnis ist vom Arbeitgeber ohne besondere Aufforderung auszustellen. Möchte der Arbeitnehmer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, muss er dies verlangen. Er muss sich nicht auf das tatsächliche Ende des Arbeitsverhältnisses vertrösten lassen, sondern hat bereits dann Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, wenn die Beendigung des Arbeitsverhältnisses absehbar ist, z. B. weil der Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen hat.

Form und Inhalt

Das Arbeitszeugnis muss klar und verständlich formuliert sein und muss vom Wohlwollen getragen sein, denn es soll das berufliche Fortkommendes Arbeitnehmers unterstützen.

Gleichzeitig muss es der Wahrheit entsprechen. Die Unwahrheit darf also in keinem Fall geschrieben werden. Anderenfalls setzt sich der Arbeitgeber der Gefahr aus, gegenüber dem Arbeitnehmer oder späteren Arbeitgebern haften zu müssen. In der Praxis behilft man sich, indem man zwar auf negative Aussagen verzichtet, stattdessen aber durch das Weglassen bestimmter Aussagen,

“Sein Verhalten zu anderen Mitarbeitern war immer einwandfrei.”

Sein Verhalten zu den Vorgesetzten aber offenbar nicht, denn sie sind nicht erwähnt.

oder durch die Betonung von Selbstverständlichkeiten

„Frau X war pünktlich und fleißig.“

oder durch die Reihenfolge (Unwichtiges vor Wichtigem) ungünstige Bewertungen zum Ausdruck bringen.

“Zeugnissprache”

Auf diese Weise hat sich in der Praxis eine spezielle „Fachsprache“ für Arbeitszeugnisse entwickelt, die Personalprofis sofort, Laien allerdings oft nicht ohne weiteres verstehen. Handelt es sich um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, muss sich die Beurteilung der Leistung an der Arbeitsaufgabe und deren Anforderungen orientieren. Zur Leistungsbeurteilung gehören Aussagen über das körperliche und geistige Leistungsvermögen, Arbeitsbereitschaft, Qualität der Arbeit, Fachkenntnisse etc. Unter Verhalten ist das Sozialverhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen oder Dritten zu verstehen.

Privatangelegenheiten gehören grundsätzlich nicht in ein Arbeitszeugnis. Eine Ausnahme kann geboten sein, wenn das private Verhalten des Arbeitnehmers Auswirkungen auf den beruflichen Bereich hat. Jedes Zeugnis enthält eine so genannte Schlussnote, in der eine zusammenfassende Beurteilung über Arbeitsleistung und Verhalten getroffen wird. Dabei hat sich eine Skala eingebürgert, die von: „Er hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt“, was durchweg sehr gute Leistungen bescheinigt, bis hin zu: „Sie hat sich bemüht, die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“, was vollkommen ungenügende Leistungen bescheinigt.Der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist nur auf den Wunsch des Arbeitsnehmers aufzunehmen.

Verspätetes, fehlendes oder unrichtiges Arbeitszeugnis

Für ein schuldhaftes verspätetes bzw. fehlendes oder unrichtiges Zeugnis haftet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für den dadurch entstehenden Schaden. Gegenüber dem neuen Arbeitgeber kommt eine Haftung gemäß § 826 BGB in Betracht (vorsätzliche sittenwidrige Schädigung), wenn im Zeugnis wissentlich die Unwahrheit geschrieben wurde; das falsche Zeugnis den neuen Arbeitgeber dazu veranlasst hat, den Arbeitnehmer einzustellen und ihm dadurch ein Schaden entstanden ist.

Beispiel

Der Arbeitgeber verschweigt im Zeugnis, dass der Mitarbeiter einen Diebstahl begangen hat. Der neue Arbeitgeber stellt den Bewerber aufgrund der positiven Bewertung im Zeugnis ein und der Arbeitnehmer begeht erneut einen Diebstahl.

 

Unverbindliche Voranfrage

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Für eine unverbindliche Voranfrage erreichen Sie mich während der Sprechzeiten unter Tel. 07141-4878090. Gerne können Sie mir auch eine Nachricht oder Datei per Kontaktformular zukommen lassen.

 

 

Suche

Kontakt

Twitter-News

  • 06Oct

    RT @vincentdonofrio: Rutger Hauer.I spent several months in the outback of Australia with him.He was a true sweetheart of a man.We did a…

  • 28Sep

    Abstimmungen im Bundestag: AfD-Abgeordnete fehlen am häufigsten https://t.co/82YZ40pWE0

  • 11Jan

    RT @Loeffel_Abrar: OLG Brandenburg: Fliegender Gerichtsstand auch bei Persönlichkeitsverletzung iR von Internetveröffentlichung https://t.c…